Nachtrag: Für Ausgabe 61 des internationalen Magazins “Monocle”, eine Art Deutschland-Spezial, habe ich u.a. einen Beitrag über Oliver Heilmer geschrieben, Designer bei BMW in München. Hier online: http://monocle.com/magazine/issues/61/teutonic-lights/
Die junge Studentin Virginia Woolf
In der neuen Ausgabe von “Zeit Campus” habe ich diesmal die Kolumne zum Ehemaligenverein beigesteuert und die Frage beantwortet, was die Schriftstellerin Virginia Woolf mit der Uni am Hut hatte und warum sie eine Kolonie gründen wollte, in der heiraten verboten ist.
ZEIT Campus bekommt ihr am Kiosk für 2,50 Euro. Meinen Text gibt es auf Seite 42.
“Das Abenteuer ihres Lebens” im neuen Volkswagen-Magazin
Volkswagen hat ein neues, crossmediales Magazin, “Das Auto. Magazin”. Ich habe dafür die Geschichte aufgeschrieben von Alex Steiner und seinem Vater, die mit einem Volkswagen LT von London nach Ulan Bataar fuhren, der Hauptstadt der Mongolei. Mehrmals stand die Reise kurz vor dem vorzeitigen Aus. Und doch haben sie es am Ende geschafft. Weil sie es unbedingt schaffen wollten. Weil sie auf hilfsbereite Einheimische trafen. Und weil sie auch ein bisschen Glück hatten. Mehr dazu im gedruckten Magazin und in der Onlineversion.
Textilingenieure: Ein Job mit Zukunft
Für Spiegel Online gebe ich einen Einblick in die öffentlich kaum bekannte, aber sehr erfolgreiche deutsche Textiltechnik-Branche, die ein großes Nachwuchsproblem hat und kaum geeignete junge Textilingenieure findet:
“Lange galt die Textilindustrie in Deutschland als dröge und gestrig. Das war einmal. Heute wachsen die Umsätze, die Branche exportiert deutsche High-Tech-Stoffe für Autos und Flugzeuge in die ganze Welt”
Der wahrscheinlich interessanteste Newsletter der Welt
E-Mail ist ja heute meist nur noch ein einziges Ärgernis. Entweder bekommt man zu viele E-Mails, die meisten davon irrelevant, uninteressant oder Verdruss verursachend. Gern auch alles zusammen. Die E-Mails einfach mal ein paar Tage nicht abzurufen, die theoretische “Zeitsouveränität”, die man mit dem Werkzeug E-Mail an der Hand hat auch mal in die Praxis umzusetzen: Kommt natürlich nicht in Frage. Sich aus den vielen, tendenziell überflüssigen Mail-Verteilern einfach zu Löschen? Vergiss es.
Oder man bekommt zuwenig E-Mails, fühlt sich digital vernachlässigt, von den Kollegen missachtet oder sieht sich, wenn man Freiberufler ist, einer Zeit ohne Aufträge, ohne Geld und ohne Leben entgegen gehen. E-Mail? Na ja, muss halt.
Deswegen finde ich es umso erstaunlicher und schöner, dass Dave Pelles Newsletter “NextDraft” einem aus dem täglich in den Posteingang hineingeschütteten Informationsmüll wie ein sündhaft teurer Edelstein anfunkelt. Seine täglich per Mail verschickte, sorgfältig kuratierte Auswahl aus dem täglichen News-Irrsinn ist, das sage ich nach einer Woche aus vollster Überzeugung, der wahrscheinlich beste und interessanteste Newsletter der Welt.
Geil Geil Geil: Im neuen Fluter geht es um Sex

Jetzt da: Die neue Ausgabe des fluter Magazins zum Thema Sex. Mit vielen Texten, die ich uneingeschränkt zum Lesen anempfehle und einer sehr hübschen Infografik über die verschiedenen Verhütungsmethoden. Zwei Texte von mir sind auch drin.
EIN KÖNIGREICH VERSCHWINDET – WARUM SWASILAND DIE HÖCHSTE AIDS-RATE DER WELT HAT: Mit vielen Frauen zu schlafen gilt in Swasiland selbst unter Verheirateten als ganz normal. Der Preis ist hoch: Nirgendwo anders sterben so viele Menschen an Aids wie hier.
DAS MACHT MICH KRANK – DAS HPV-VIRUS KANN FÜR FRAUEN ZUM TÖDLICHEN PROBLEM WERDEN: Humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können, sind sehr weit verbreitet. Obwohl eine Impfung helfen könnte, nutzen nur wenige die Möglichkeit.
Das ganze Heft und die einzelnen Artikel als PDF und HTML gibt es wie immer auf fluter.de. Die gedruckte Ausgabe kann man gratis von der Bundeszentrale für politische Bildung beziehen.
Mein Medien-Menü
Der bekannte und berühmte Journalist Christoph Koch hat mich eingeladen, einen Beitrag zu seiner hervorragenden Serie “Mein Medien-Menü” beizusteuern. Das Ergebnis kann man auf seinem Blog lesen.
Neue Veröffentlichung: Lehrer ohne Grenzen
Ein neuer Text von mir auf Spiegel Online:
“Besseres Wetter, mehr pädagogische Freiheit oder einfach der Wunsch, noch mal rauszukommen: Für Lehrer gibt es viele Gründe, an einer deutschen Schule im Ausland zu unterrichten. In welches Land es geht, ist für die Auswanderer allerdings eine Überraschung.”
Ohne dpa geht nichts – Lokaljournalismus in Deutschland
Am Beispiel der “Lausitzer Rundschau” (LR) lässt sich gut studieren, wie Lokaljournalismus heute in Deutschland aussieht. Das Blatt ist mit einer Auflage von gut 90.000 Exemplaren die wichtigste Zeitung in Südbrandenburg und Nordsachsen. Schon einige Male hat die LR Skandale in der Verwaltung oder lokalen Unternehmen aufgedeckt und die Redakteurin Simone Wendler recherchierte, wie Rechtsradikale die Sportvereine unterwandern. In einer Zeit, in der viele Redaktionen kaum noch selbst recherchieren, ist das schon einiges wert.
Der publizistische Alltag sieht allerdings weniger gut aus. Eine normale Ausgabe der LR besteht zu gut neunzig Prozent aus Nachrichten, Reportagen und Features der Deutschen Pressagentur (dpa). Fast der gesamte Wirtschaftsteil, aber auch die meisten politischen Stücke kommen aus einem der dpa-Dienste. So sehen viele Lokalzeitungen aus. Die Redaktionen füllen oft nur die Lücken zwischen dem Agenturmaterial mit mehr oder weniger interessanten Stücken aus der Region.
Von einer Vielfalt der Regionalzeitungen kann schon lange keine Rede mehr sein. Neben der hohen Abhängigkeit von den nicht immer sauber recherchierten dpa-Meldungen liegt das auch daran, dass der größte Teil der Regionalblätter zu einem der deutschen Großverlage gehört. Die LR etwa gehört zum Holtzbrinck-Konzern, dem unter anderem auch die Wochenzeitung “Die Zeit” gehört.
Online sieht es etwas besser aus, weil der Fokus hier klarer auf dem Lokalen liegt und die Redaktion anscheinend auch aktuell arbeitet. Dennoch ist es insgesamt ein dröges Bild das der lokale Journalismus in Südbrandenburg und anderswo abgibt.
Wir brauchen die Provinz

Foto: BernieCB/flickr
Ich halte mich zurzeit in der Niederlausitz auf. Eine Gegend im Südosten Brandenburgs, die an der Peripherie liegt, jeweils etwa 120 km entfernt von Berlin und Dresden. Eine Gegend, die man auf jeden Fall als Provinz bezeichnen kann. Weil sie abseits der Zentren liegt, wirtschaftlich, geographisch und kulturell. Am regelmäßigsten in den überregionalen Nachrichten ist der lokale Fußballklub Energie Cottbus, der in der Zweiten Bundesliga spielt.
Viele Bewohner von großen Städten belächeln die Provinz, schauen auf sie herab und empfinden Mitleid für jene armen Menschen, die dort wohnen und arbeiten müssen. In Berlin waren das oft genau die Leute, die selbst aus Kleinstädten und Dörfen in die Großstadt gezogen waren. Mich eingeschlossen, übrigens. Ich war froh, nicht mehr an einem Ort wohnen zu müssen, in dem es nach fünf Uhr nachmittags schon schwierig werden kann, noch etwas einzukaufen oder andere Menschen auf der Straße zu treffen. Auf die Provinz herabzuschauen ist leicht. Und es ist nicht besonders schlau.
Denn auch in der Provinz leben interessante Menschen. Auch hier passieren interessante Sachen. Auch hier gibt es Skandale, auch hier passieren hinter verschlossenen Türen Dinge, die aufgedeckt gehören. Auch hier gibt es Orte, an den das Kleine und das Große zusammenkommen, an denen sich nationale, europäische oder sogar globale Vorgänge abspielen. Und heutzutage ist auch in vielen ländlichen Gegenden die ganze Kommunikations- und Nachrichtenpracht unserer supermodernen Welt verfügbar. Gerade für Geistesarbeiter und vielleicht noch mehr für Journalisten hat die Provinz auch Vorteile. Weniger Ablenkung zum Beispiel, einen besseren Ausblick, klarere Luft und weniger Lärm. Und weniger Menschen, die glauben, allein dadurch schon etwas geleistet zu haben, dass sie nach Berlin gezogen sind. Die glauben, dass die Stadt sie besser und kreativer macht als sie es vorher in Villingen-Schwenningen waren. Obwohl es doch allein an Ihnen selbst liegt.
Natürlich bleiben große Städte unverzichtbar als Machtzentren und Orte, an denen sich viele Menschen begegnen, um sich auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Sein ganzes Leben in der Provinz zu verbringen, den eigenen Horizont an der Kreisgrenze enden zu lassen, das halte ich für wenig erstrebenswert. Und natürlich gibt es in manchen Gegenden auch das Problem mit der Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen, sexuellen Orientierungen, Hautfarben und so weiter.
Dennoch brauchen wir die Provinz. Als Korrektiv und als Rückzugsort, aber auch als Ort, wo Menschen kreativ und geistig arbeiten.


